Wer wählt und wer entscheidet?

Eintritt in die Volksschule

(1. bis 4. Schulstufe)

Wer wählt:

Mona wird im Juli sechs Jahre alt. Das aufgeweckte Mädchen aus Meidling freut sich schon auf den Schulbeginn im Herbst. Bereits im Dezember haben ihre Eltern eine Aufforderung zur Schuleinschreibung erhalten. Die Volksschule ums Eck hat den Eltern nicht so zugesagt, und so haben sie mit Mona auf dem Weg zwischen der Familienwohnung und den Arbeitsplätzen der Eltern drei andere Schulen besichtigt und bei zwei sogar an Schnuppertagen teilgenommen. Eine der Schulen - in der Nähe von Mamas Arbeitsplatz im 14. Bezirk - hat ihnen besonders gut gefallen, und dort haben die Eltern als Erziehungsberechtigte dann Mona einschreiben lassen.

Wer entscheidet:

Im Falle einer öffentlichen Schule entscheidet letztlich die Schulbehörde über die Aufnahme Ihres Kindes am jeweiligen Schulstandort. Die Stadt Wien garantiert zwar einen Schulplatz in Wohnortnähe/im Bezirk, Sie haben aber keinen Rechtsanspruch auf eine bestimmte Schule. Wenn sich an einem Schulstandort zu viele Schüler/innen einschreiben lassen, trifft die Schulbehörde die Entscheidung, welchen Kindern der Besuch einer anderen Schule zumutbar ist. Je näher der Wohnort dem Schulstandort ist, desto eher wird in der Regel der angestrebte Schulplatz gewährt. Im Falle von (öffentlichen) Ganztagsschulen muss darüber hinaus der Bedarf einer ganztägigen Betreuung glaubhaft gemacht werden z.B. beide Elternteile berufstätig, berufstätige Alleinerzieher/in.

Die Schulleitung kann auf diese Entscheidung bedingt einwirken, indem sie Kinder zur Aufnahme vorschlägt. Es schadet deshalb in der Regel nicht, Ihrem dringenden Wunsch in der Direktion Ausdruck zu verleihen und auf Ihre spezielle Bedürfnislage hinzuweisen. Besonders begehrte öffentliche Schulen bzw. Klassen führen teilweise auch Vormerklisten. In diesen Fällen empfiehlt es sich, zumindest ein Jahr vor der Schuleinschreibung Ihr Interesse zu bekunden und Ihr Kind vormerken zu lassen.

Im Falle von Privatschulen entscheidet die Schule, welche Schüler/innen aufgenommen werden. Der Andrang an Privatschulen ist zumeist groß. Bei Interesse empfiehlt es sich, Ihr Kind möglichst früh (vor)anzumelden. Wenn Sie das Schreiben des Stadtschulrates erhalten, sind die meisten Schulplätze an Privatschulen in aller Regel vergeben.

Der Schuleinschreibungsprozess inkludiert die Feststellung der "Schulreife" der Kinder. Wird ein schulpflichtiges Kind für "nicht schulreif" erklärt, wird es zu einem "Vorschulkind". Manche Schulen führen für diese Kinder eigene Vorschulklassen. Ansonsten werden sie als Vorschulkinder in die erste Klasse aufgenommen (und haben dann zumeist für die ersten beiden Schulstufen drei Jahre Zeit).

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Nach der Volksschule

(5. bis 8. Schulstufe)

Wer wählt:

Simon besucht die 4. Volksschulklasse. Er ist ein lebendiger, aber interessierter Schüler. Er tut sich eigentlich leicht in der Schule. Nur beim Rechnen hat er noch Probleme. Es könnte sogar sein, dass er hier nur mit einem Befriedigend abschließt. Seine Eltern sind deshalb schon länger verunsichert. Sie wollten ihren Sohn eigentlich in die nächstgelegene AHS einschreiben lassen, denn sie wollen ihrem Sohn "alle Bildungswege offen halten". Außerdem hat die Schule Simon gut gefallen. Aber man hat ihnen dort klargemacht, dass man ein "wirklich gutes Zeugnis" braucht, um aufgenommen zu werden. Simon und seine Eltern haben deshalb auch eine Mittelschule besichtigt. Sie wurde ihnen von Freunden empfohlen, weil sie unter den Mittelschulen einen besonders guten Ruf hat. Simon hat sich auch dort sofort wohl gefühlt. Das Problem ist nur, dass sie nicht im Bezirk wohnen und deshalb kaum Chancen haben, aufgenommen zu werden. Sollen sie Simon bei einer Freundin melden, die in unmittelbarer Nähe der Schule wohnt? Das würde seine Chancen deutlich erhöhen.

Wer entscheidet:

Letztlich entscheidet auch hier die Schulbehörde über die Vergabe der Schulplätze an öffentlichen Schulen mit Blick auf den Wohnort der Schüler/innen. Die Stadt Wien garantiert zumindest aber einen Platz an einer Schule der gewählten Schulart (Mittelschule oder AHS) in zumutbarer Nähe. Bei dieser Entscheidung spielen aber erstmals auch die vorangegangenen Schulleistungen eine entscheidende Rolle. Die Volksschule hat auf dieser Grundlage die AHS-Reife zu bescheinigen. Die Schulleitung der aufnehmenden Schule kann auch hier Schüler/innen zur Aufnahme vorschlagen. An einer AHS werden im Zweifelsfalle zumeist die Schüler/innen mit besseren Noten bevorzugt.

Im Falle von Privatschulen entscheidet - im gesetzlichen Rahmen - ausschließlich die Schule, welche Schüler/innen aufgenommen werden.

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Weiterführende Schulen

(ab der 9. Schulstufe)

Wer wählt:

Michaela stehen alle Wege offen. Sie muss sich entscheiden, ob sie an der AHS weiter Richtung Matura strebt oder doch schon eine berufliche Bildungslaufbahn einschlagen will. Studieren könnte sie sich schon gut vorstellen, aber die Aussicht, noch viele Jahre finanziell abhängig zu sein, behagt ihr weniger. Sie war vor einem halben Jahr auf der Berufsinformationsmesse und hatte sogar eine Berufs- und Bildungsberatung in Anspruch genommen - aber wirklich schlau geworden ist sie dadurch auch nicht. Bei ihren Internetrecherchen hat sie eine Schule ausfindig gemacht, deren Abschluss gute Berufschancen verspricht und gleichzeitig zum Studieren berechtigt. Letzteres ist eine Bedingung ihrer Eltern. Michaela wird sich wohl an dieser Schule bewerben.

Wer entscheidet:

Über die Vergabe der Schulplätze entscheidet auf dieser Stufe die Schule. Dies gilt für öffentliche ebenso wie für private Schulen. Die Wohnortnähe ist hier in der Regel nicht mehr entscheidungsleitend. Allerdings setzt die Aufnahme in höhere Schulen einen entsprechenden Schulerfolg auf der Sekundarstufe I voraus.

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