Tipps für die Schulsuche

1. Geben Sie sich nicht mit der nächstbesten Schule zufrieden!

Schulen machen einen Unterschied. Sie nehmen Einfluss darauf, was, wie, wofür und wie viel gelernt wird. Schule kann große Freude bereiten, das Selbstvertrauen der Heranwachsenden in die eigenen Lernfähigkeiten stärken, ihren Horizont erweitern und (so) zu ihrer persönlichen Entwicklung einen wesentlichen Beitrag leisten. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Schule kann mitunter auch zur Belastung für die ganze Familie werden. Es macht Sinn, mit Bedacht zu wählen.

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2. Suchen Sie nicht die perfekte Schule!

Schulen müssen vielen (mitunter widersprüchlichen) Erwartungen gerecht werden. In Schulen trifft eine Vielzahl an Akteur/innen mit teils abweichenden Vorstellungen aufeinander. Überdies wurde ein Großteil der Wiener Schulen bereits vor mehreren Jahrzehnten gebaut - das hat Spuren hinterlassen. Sie finden somit kein perfektes Zusammenspiel aller Teile und Akteur/innen nach einem durchgängig stimmigen Konzept vor. Die perfekte Schule gibt es nicht.

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3. Setzen Sie Prioritäten!

Angesichts der Fülle an Unterschieden und Erwartungen verliert man leicht die Orientierung. Umso wichtiger ist es, Prioritäten bei der Schulsuche zu setzen. Trennen Sie für Sie Wichtiges von weniger Wichtigem! Klären Sie ab, welchen Anforderungen die Schule Ihres Kindes jedenfalls genügen muss und was darüber hinaus wünschenswert wäre, jedoch nicht unabdingbar ist.

Neben pragmatischen und inhaltlichen Überlegungen sollten Sie dabei auch pädagogische anstellen. Schule ist eine pädagogische Einrichtung. Sie wird mit dem Ziel gestaltet, dass die Heranwachsenden in der Schule lernen. Lernen wird auf spezifische Weise "inszeniert", damit es zum schulischen Alltag wird. Mit der jeweiligen pädagogischen Inszenierung nehmen Schulen nicht nur Einfluss darauf, wie gelernt wird, sondern auch was, wofür und wie viel gelernt wird. Sie eröffnen den Heranwachsenden andere Handlungs- und Erfahrungsmöglichkeiten.

Und diese Inszenierung, das täglich gelebte Verständnis von Lernen & Lehren, unterscheidet sich mitunter eklatant. Die deutlichsten Unterschiede finden Sie zwischen Volksschulen, häufig sogar zwischen einzelnen Klassen einer Volksschule. Aber auch an AHS oder Mittelschulen stehen unterschiedliche pädagogische Inszenierungen zur Wahl.

Viele dieser pädagogischen Inszenierungen haben mit den von Ihnen im Laufe Ihrer Schulzeit erlebten nur mehr ansatzweise Gemeinsamkeiten. Im Zuge der Schulauswahl ist man immer auch mit der Frage konfrontiert, ob man das sucht, was man selbst durchlebt hat, oder aber neue Wege gehen will.

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4. Planen Sie ausreichend Vorlaufzeit ein!

Wenn Sie darum bemüht sind, ein gute Schulwahl zu treffen, sollten Sie es vermeiden, unter Zeitdruck zu geraten.

Um sich ein Bild über die Schule zu machen, sollten Sie in Frage kommende Schulen jedenfalls besichtigen. Die meisten Schulen veranstalten dafür einen Tag der offenen Tür im Zeitraum September bis Dezember. Einige Schulen bieten hierfür mehrere Termine an. Fallweise kann man sich darüberhinaus individuell Termine zur Besichtigung vereinbaren. Die feststehenden Termine können auf den Internetseiten der Schulen recherchiert werden. Überdies veröffentlicht der Wiener Stadtschulrat die Tage der offenen Tür auf seiner Homepage (www.wien.gv.at/bildung/stadtschulrat) - zumeist Anfang September.

Schulen mit großer Nachfrage nehmen häufig Voranmeldungen entgegen und führen Wartelisten. D.h. wenn Sie den Tag der offenen Tür unmittelbar vor der Schuleinschreibung Ihres Kindes nutzen wollen, um Ihre Entscheidung zu treffen, sind Ihre Auswahlmöglichkeiten bereits deutlich reduziert.

Sofern es Ihnen möglich ist, sollten Sie sich zumindest eineinhalb bis zwei Jahre vor Schuleinschreibung einen Überblick verschaffen und eine Vorauswahl treffen.

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5. Bereiten Sie sich auf die Schulbesichtigungen vor!

Die Einblicke, die sich im Rahmen von Schulbesichtigungen gewinnen lassen, sind häufig eher bescheiden. Wenn Sie sich nicht darauf vorbereiten, laufen Sie jedenfalls Gefahr, aus den Schulbesichtigungen nicht wirklich klüger zu werden. Schulbesichtigungen schaffen zumeist dann Klarheit, wenn Sie genau wissen, (a) was Sie für Ihr Kind wollen und (b) woran Sie erkennen bzw. wie Sie erfragen können, ob Sie das an der jeweiligen Schule auch bekommen.

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6. Zeigen Sie Interesse!

Bei Bedarf garantiert Ihnen die Stadt Wien einen Schulplatz an einer öffentlichen Schule in Ihrem Wohnbezirk. Sie haben allerdings keinen Rechtsanspruch auf einen Platz an einer bestimmten Schule (selbst dann nicht, wenn Sie in unmittelbarer Nähe wohnen). Der Stadschulrat ist jedoch bemüht, den Wünschen der Eltern soweit wie möglich gerecht zu werden. Wenn die Nachfrage größer ist, als Plätze an einer Schule vorhanden sind, werden bei ansonsten gleichen Voraussetzungen die Schulplätze in der Regel nach dem Kriterium der Wohnortnähe vergeben. ABER es zeigt sich auch hier: Ausnahmen bestätigen die Regel. Schulen mit speziellen inhaltlichen oder pädgagogischen Angeboten finden sich nicht immer in unmittelbarer Wohnortnähe bzw. im Wohnbezirk. Dies ist auch dem Stadschulrat bewusst. Wenn Sie sich für Schulen mit einem derartigen Angebot interessieren, machen Sie dies in der Direktion sowie bei den zuständigen Lehrer/innen der Schule deutlich. Fragen Sie nach, was Sie tun können, um gerade hier einen Platz zu bekommen. Wenn Sie an der Schule Fürsprecher/innen finden, wird es Ihrem Anliegen nicht schaden. Man wird sich in aller Regel bemühen, Ihren Wünschen Rechnung zu tragen.

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7. Halten Sie nach einer guten Schule Ausschau!

Woran man eine gute Schule erkennen kann, ist auch in der Fachwelt keine ausgemachte Sache. Ich empfehle Ihnen Folgendes in den Blick zu nehmen: Eine der wichtigsten Aufgaben von Schule im 21. Jahrhundert ist es, "Lust auf mehr" zu machen. Heranwachsende, die heute in die Schule gehen, werden auch als Erwachsene immer wieder Neues lernen (müssen). Schule sollte Lernen als lustvolle, bereichernde Aktivität erfahrbar machen. Die Grundlage dafür ist, dass die Schule den Heranwachsenden "Lernwelten" eröffnet, d.h. dass es ihr gelingt, das Interesse für die Inhalte & Themen nachhaltig zu wecken.

Freude am Lernen heißt nicht, dass Lernen keine Anstrengung kosten darf. Aber die Schüler/innen müssen die Erfahrung machen, dass sie die Lernherausforderungen meistern können und dass sich die Mühe lohnt. Beobachten Sie im Zuge der Besichtigung von Schulen die Schüler/innen: Machen sie den Eindruck, dass sie sich hier gerne aufhalten, hier gerne lernen?

Eine gute Schule macht für die Heranwachsenden überdies erfahrbar, dass sie

  • ... Rüstzeug für ein gelingendes Leben vermittelt;
  • ... fit für die weitere Schulkarriere macht;
  • ... die Individualität und Selbstentfaltung der Schüler/innen fördert und
  • ... sich als attraktiver Lebensraum versteht.
     

Eine Schule wird in der Regel nicht allen diesen Zielsetzungen/Aufgaben gleichermaßen gerecht, sondern unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Es liegt an Ihnen, dies mit Ihren Prioritäten abzustimmen. Ich kann Ihnen dabei helfen.

Jedenfalls gilt: Wenn Ihr Kind traurig darüber ist, dass es - in den Ferien - nicht in die Schule gehen kann (Ja, auch das gibt es!), dann können Sie sicher sein, dass Sie die richtige Wahl getroffen haben. ;-)

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